„Unter uns, Herr Kollege, wie könnten Sie den Mann nach Tabelle B mit so wenig Jod injizieren — der Mann ist Wagenführer und muß etwas leisten!“

„Na, wenn Sie schon so kritisch sind, so muß ich Ihnen sagen, Herr Kollege, daß es von Ihnen Unsinn war, an den Mann auf Nummer 37 soviel Jod zu wenden, wo die Magistratstabelle nur die Hälfte vorsieht.“

Der künftige Friedenskongreß. Verschiedene Regierungen beharren auf Erörterung der Schuldfrage. Andere widersprechen. Der Kongreß droht schon zu scheitern. Da erhebt sich der Professor Spyribingel: „Meine Herren, die exakten Forschungen der Wissenschaft ergaben, daß, wenn Napoleon zwei Milligramm Jod weniger im Blut gehabt hätte, er es höchstens zum Stadtkommandanten von Ajaccio hätte bringen können. Die ganze Geschichte Europas wäre eine andere geworden. Es hätte kein 1914 gegeben. Ich beantrage die Schlamperei des Impfarztes von Ajaccio für schuldig am Ausbruch des Weltkrieges zu erklären...“

Es ist klar, daß von da ab alle Herrschenden der Erde abzutreten haben werden. Herrschen wird von da ab nur mehr seine Wissenschaft, der Pinsel — Jodpinsel selbstverständlich.

So weit wäre alles gut und wissenschaftlich in der Welt geworden. Aber eine Besorgnis habe ich doch. Nein, keine Besorgnis, sondern eine Angst: gesetzt den Fall, es stürbe einmal Hindenburg — mög’ es lange nach dem Kriege sein — und gesetzt den Fall, man hätte ihn seziert — jetzt noch die Blutprobe — es erbleichet das Konsilium, und ein Raunen geht durchs Haus der Wissenschaft, daß es klingt, als bröckelten die Wände: „Um Gottes willen, meine Herren, nicht verlauten lassen, daß wir den Weltkrieg mit Null Komma Null Gramm Jod gewonnen haben...“

Morgan

Man hat Bücherbretter voll Rezepte geschrieben über „Wie man reich wird“. Aber es gibt nur ein Rezept dafür: keine Nerven haben.

Als Morgan anfing, Eisenbahnsysteme und Millionen aufzuschachteln, hätte einer seinen Körper mit dem Ultramikroskop durchsuchen dürfen: nicht die Spur von Nerven.