Da ergrimmte das zuckende Nervenbündel, raffte sich zum letzten Male auf und warf ihnen Armleuchter, Uhren, Stühle, Stiefel an den Kopf. Und so gräßlich war er anzuschauen in seiner unglückseligen Tobsucht, daß sie sich entsetzten und flohen. Der wimmernde Milliardär lag allein im Bett.
Der kleine Laufjunge, der auch die Stiefel im Gasthof reinigte, war zur Hochzeit hinaufgeschlichen, stieß die tanzende Braut an und flüsterte ihr zu:
„Du, Maria, unter deinen Füßen liegt einer im Sterben...“
Die Musik hatte schon lange ausgesetzt. Kein neuer Tanz konnte beginnen. Es fehlte ja die Braut. Wo sie nur blieb.
Unruhig stieg der Strohflechter eine Treppe tiefer. Da war eine Tür. Klang hinter ihr nicht ihre Stimme? Vorsichtig klinkte er sie auf:
Ein unsäglich zermürbter Mann lag in den Kissen im Sterben. Die Strohflechterin kniete im Hochzeitsstaat am Bett, wie Mütter an Kinderbetten knien. Sie gab ihm zu trinken. Sie kühlte ihm mit ihrer Hand die verwüstete Stirne. Sie sprach ihm zu, wie man Kindern liebreich zuspricht:
„Povero — poverino — poverissimo...“
Und der sterbende Milliardär stammelte, wie Gehetzte stammeln:
„Oh, thank you — thank you — I’ll get you a million I’ll get you more — eine Million sollen Sie haben — mehr sollen Sie haben — thank you — oh, I thank you so much...“
Nun verstand freilich Morgan kein Italienisch, und die Strohflechterin verstand kein Englisch. So zerstäubte das Millionenversprechen in der Luft des Sterbezimmers.