„Gut, daß Sie da sind. Der Stelzenmaier ist erkrankt. Sie müssen für ihn einspringen.“
„Stelzenmaier? Ich kenne keinen Stelzenmaier“, sagte ich.
„Ist auch nicht nötig. Hauptsache ist, daß Sie gleich seine Rolle übernehmen — sofort wird Ihr Stichwort fallen, machen Sie sich doch bereit.“
„Aber ich habe doch noch nie auf dem Theater gespielt.“
„Ausgezeichnet, das gibt Ihrer Rolle die beste Natürlichkeit.“
„Aber ich weiß ja gar nicht, welches Stück und welche Rolle, Heiligschockschwerenot...!“
„Das werden Sie alles wissen, wenn Sie vor dem Publikum stehen — ha, Ihr Stichwort — rasch!“
Da hatten sie mich schon durch die Kulissen hinausgeschoben in ein grelles mitleidsloses Licht...
Mitten in dieser Nacht mußte ich einen kalten Umschlag nehmen und wagte nicht mehr einzuschlafen. Um das zu erreichen, zog ich den Wecker auf, ließ ihn ablaufen, zog ihn wieder auf, immerzu. Aber schon beim drittenmal veranlaßte meine Gattin meinen Umzug in das Fremdenzimmer.
Hier erwartete ich den vierten Tag, der wieder seraphinenhaft ganz ohne Ärger aufzog. So sehr auch die Erinnerung an die drei Ärgernächte versuchte, sich in den Tag als Ärger einzuschleichen, es gelang nicht. Lächelnd schob der Tag jeden aufsteigenden Ärger mit der flachen Hand gegen Abend zu: