„In deinem Alter würden wir uns die Finger darnach abgeschleckt haben, wenn unsere Eltern...“, oder
„In deinem Alter wären wir kreuzfroh gewesen, wenn...“, oder
„In deinem Alter hätte man uns verwichst, daß wir nicht mehr stehen, sitzen oder liegen hätten können, wenn wir uns unterstanden hätten...“
Der letzte Satz hat den erhebendsten Eindruck auf mich gemacht. Nämlich, weil die betreffende ungezogene Liesel, an die er mit Augenrunzeln und Donnergepolter gerichtet war, darauf erwiderte:
„Ah, Vater, das muß aber fein gewesen sein.“
Der entsetzte Vater brachte mit Mühe und Not ein „Warum?“ heraus.
„Weil, wenn ihr nicht mehr stehen, liegen oder sitzen konntet,“ sagte Liesel ernsthaft und ganz in einer Vorstellung versunken, „dann habt ihr ja fliegen müssen, Vater.“
Nein, bitte, das war durchaus nicht frech, sondern sachlich. Denn Kinder sind in diesen Dingen immer sachlich. Während die Eltern in Dingen der Ermahnung ... nun, ich habe neulich bei einem Vater, mit dem ich selbst einmal zur Schule ging, merkwürdige Dinge festgestellt.
Da war ich also bei Rechnungsrats eingeladen. Rechnungsrat Übelacker ist ein prächtiger Vater zu seinen Kindern. Aber wenn Gäste da sind, so ermahnt er sie. Er ermahnt sie unter allen Umständen. Vielleicht glaubt er, es gehöre zum guten Ton, oder er sei das seinen Gästen schuldig, oder seinen Kindern, oder sich selber, ich hab’s nie herausbekommen können. Aber mir hat er immer leid getan, wenn wir schon beim Obst angelangt waren und mein Freund, der Rechnungsrat Übelacker, bereits anfing, ungemütlich auf seinem Stuhle hin und her zu rutschen, weil bis anhin die Kinder noch nicht den geringsten Anlaß zur Ermahnung zu geben schienen.