Keiner von beiden sprach ein Wort. Erst als sich ihre Blicke begegneten, fragte Leimann:

»Nun, was sagen Sie dazu?«

»Eine Unverschämtheit ist es, eine Gemeinheit!« brauste Borgert los, »was fällt dem Menschen ein, sich in unsere Privatangelegenheiten zu mischen? Es wäre unkameradschaftlich genug gewesen, uns eine Absage zu schicken, aber in diesem beleidigenden Ton! Das kann man sich nicht gefallen lassen!«

»Was wollen Sie machen?« entgegnete Leimann achselzuckend. »Wenn Sie gegen ihn auftreten, faßt er uns damit, daß wir ihm damals unser Wort gegeben haben, und das läßt sich nicht bestreiten, denn von mir hat er es sogar schwarz auf weiß. Es ist also schon das Beste, wir stecken diese Grobheit ruhig ein und schneiden den Kerl, dann wird er es schon merken!«

»Er hat anscheinend ganz vergessen, daß es uns ein Leichtes wäre, ihm den Hals zu brechen. Hat er nicht selbst gesagt, er wolle uns damals den Betrag aus der Schwadronskasse leihen? Ich meine, es könnte ihm nicht angenehm sein, wenn man von dieser Tatsache Gebrauch machte.«

»Das stimmt ja, aber Sie können ihm doch anstandshalber deshalb keine Geschichten machen, denn der Eingriff in die Kasse geschah in unserem Interesse.«

»Das ist mir gleich. Wenn er sich jetzt erlaubt, uns derartige Frechheiten ins Gesicht zu schleudern, dann will ich ihm zeigen, daß ich ihm mit gleicher Münze dienen kann!«

»Sie können aber doch unmöglich eine Meldung schreiben, König hätte Ihnen Geld geliehen, nachdem er in eine Kasse gegriffen habe. Das würde doch ein sonderbares Licht auf Sie werfen.«

»So ungeschickt werde ich es auch nicht anfangen. Das kann man hinten herum in die Wege leiten, und ich werde es einrichten, daß kein Mensch in mir den Urheber wittert. Aber eintränken will ich's dem Kerl schon.«

Beide schwiegen wieder, und wenige Minuten später empfahl sich Leimann, da er vor Tisch noch einen Gang zur Stadt zu tun habe.