»Bezahlen? Wer tut denn das noch? Es ist gänzlich aus der Mode und geschmacklos, man verplempert damit das meiste Geld. Ich bezahle nie und lasse mir nichts abgehen wie Sie sehen.«

»Das ist ja alles sehr verlockend, aber noch habe ich ja meinen Mann,« scherzte Frau Leimann weiter.

»Gewiß, den haben Sie noch, aber Sie können sich ja einstweilen an mich gewöhnen.«

Frau Leimann nickte lächelnd und stützte den Kopf in die Hände, während sie träumerisch auf den Teppich sah.

Borgert wurde plötzlich ernst, und als die letzten Gäste ins Nebenzimmer verschwunden waren, suchten seine Augen die seiner Nachbarin.

»Was sehen Sie mich denn so an, Herr Borgert? Es kann einem ja Angst werden!«

»Ich denke so vieles, gnädige Frau, was ich nicht sagen darf. Im Scherz spricht man leicht über Dinge, die scheinbar nur ein solcher sind, in Wahrheit aber berühren uns diese Dinge oft tiefer.«

»Sie sprechen wieder in Rätseln, mein Lieber, und es ist wohl an der Zeit, daß wir ein anderes Thema wählen. Aber wollen wir denn nicht auch hineingehen? Man könnte sich wundern, uns so allein zu finden, und wieder klatschen.«

Dabei erhob sie sich, und als Borgert schnell noch ihre Hand ergriff, um sie zu küssen, machte sie keine ernstliche Anstrengung, ihm zu wehren, dann trat sie mit der Miene eines unschuldigen Kindes in das Wohnzimmer. Borgert aber blieb in dem matt erhellten Raume sitzen, zog einen Brief aus dem Aufschlag des Überrocks und las ihn. Dann steckte er das Papier mit einem unterdrückten Fluch wieder ein und versank in Nachdenken.

Im Nebenzimmer war es inzwischen lebendig geworden. Das Stimmen der Geigen, das Brummen eines Cellos und einige Klavier-Akkorde riefen alle Gäste herbei, denn jetzt sollte der musikalische Teil des Abends seinen Anfang nehmen.