»Nun müssen wir aber einmal ganz vernünftig über alles reden.

Erstens: Wie willst du fortkommen, ohne daß dein Mann etwas davon merkt?«

»Max fährt morgen früh nach Berlin, er hat dort dienstlich zu tun. Hat er dir's noch nicht erzählt?«

»Nein, aber das trifft sich ja ausgezeichnet. Nun weiter: Hast du Reisegeld?«

»Ja, meine Mutter hat heute dreihundert Mark geschickt, und ich habe nichts damit bezahlt, weil ich fest entschlossen war, abzureisen.«

»Dann bist du besser daran als ich, ich habe nämlich blos noch eine Mark, aber ich werde Rat schassen.

Drittens: Wie willst du unauffällig dein Gepäck zur Bahn schaffen lassen? Denn du kannst doch nicht mit einem Kleide ausrücken!«

»Ganz einfach, Georg! Bitte noch heute meinen Mann um den großen Koffer und sage, du müßtest nach Hause reisen. Dann packe ich alles hinein und der Bursche bringt ihn zu dir herunter. Er ist groß genug für uns beide!«

»Ich sage es ja immer«, entgegnete Borgert lachend, »es ist ein altes Sprichwort:

»In größter Not ein Frauenmund
Tut dir die schlausten Schliche kund!«