Ein Album, einige Photographien, ein Packet Briefe, 2 Reitpeitschen und 2 kleine Ölgemälde — Arbeiten seiner verstorbenen Schwester — das war alles, was er mitzunehmen gedachte. Alles übrige konnte stehen bleiben als Trost für die Gläubiger.

Als er gegen sieben Uhr bei Leimann's eintrat, fand er sie bereits bei Tisch.

Leimann machte ein finsteres Gesicht und schaute kaum von seinem Teller auf, als Borgert eintrat.

Seine Gattin saß mit rotem Kopf ihm gegenüber, aber sie berührte die Speisen nicht, sondern schaute nur angstvoll mitunter nach ihrem Gatten hinüber.

Den ganzen Abend kam keine Stimmung in das Beisammensein, und nicht einmal eine Flasche Eckel vermochte die sonst gewohnte Heiterkeit wieder wach zu rufen. Leimann hatte eben schlechte Laune, und dann war nichts mit ihm anzufangen.

Daher trennte man sich auch schon zu früher Stunde, und der Abschied der Freunde war kühler als sonst.

Frau Leimann aber hatte noch auf dem Korridor Gelegenheit, ihrem Geliebten einen flüchtigen Kuß auf die Wangen zu drücken, als ihr Gatte hineingegangen war, um ein Streichholz zu holen.

Am nächsten Morgen war Borgert gerade erst ausgestanden, als schon der Althändler ankam.

Der Oberleutnant begrüßte ihn freundlich und bat ihn, einzutreten, dann vollendete er seinen Anzug und begann mit dem Juden zu verhandeln.