»Bitte, wollen Sie sich einmal mein Mobiliar ansehen,« sagte er, »ich gedenke die ganze Einrichtung, wie sie da steht, zu verkaufen, da ich versetzt bin, doch wollen Sie diesen Umstand vorläufig noch diskret behandeln. Wie viel würden Sie mir eventuell zahlen?«
Der Jude sah sich nachdenklich in dem Zimmer um. Er befühlte und beklopfte die einzelnen Stücke, prüfte Decken und Teppiche und musterte eingehend das kostbare Schnitzwerk des Bücherschrankes. Dann zog er ein Notizbuch aus der Tasche, schielte nach den einzelnen Stücken hin und notierte sich den Preis. Schließlich wandte er sich Borgert zu und sagte mit fragender Miene:
»Fünfzehnhundert Mark, Herr Oberleutnant, sofort auf den Tisch!«
»Was, fünfzehnhundert Mark?«, stieß Borgert enttäuscht hervor, »aber ich bitte Sie, ich habe fast zehntausend Mark für die Einrichtung bezahlt.«
»Tut mer leid, Herr Oberleutnant«, gab der Jude achselzuckend zu Antwort, »alte Sachen sind keine neie Sachen, mehr zahlt kein Mensch.«
»Das ist zu wenig, das ist ja fast geschenkt.«
»Nun, ich will Ihnen geben zweitausend Mark, aber keinen Pfennig darüber.«
Borgert setzte sich in den Schreibstuhl. Er überlegte, und während dessen schaute der Jude erwartungsvoll auf sein Gesicht.
»Gut, her mit dem Gelde, Sie haben den Krempel!« sagte Borgert nach einigem Besinnen.
Denn schien ihm der Betrag von zweitausend Mark auch ein Lumpengeld für diese kostbaren Möbel, so war es doch besser, er entschloß sich schnell für einen geringeren Preis, ehe der ganze Fluchtplan infolge Mangels an Geld ins Wasser fiel.