Schmitz aber ließ sich durch die laute Unterhaltung seiner Umgebung nicht stören, er schrieb emsig und war ganz vertieft in die langen Zahlenreihen, welche auf dem Bogen vor ihm geschrieben standen.
Der Raum hatte sich bereits geleert, und Schmitz wollte gerade einen neuen Bogen beginnen, als der Werkmeister Maurer eintrat.
Er war ein Mann von gedrungenem Körperbau, mit scharfen, stechenden Augen in dem blassen, ovalen Gesichte. Der Schnurrbart hing um die Mundwinkel, und der ganze Gesichtsausdruck hatte etwas Rohes, Grausames, und besonders jetzt, da der Mann aus dem Halbdunkel von der Tür herüberschaute, sah er wie ein Raubtier aus.
»Du kannst wohl wieder einmal nicht fertig werden? Kommst du bald?« redete er Schmitz an, welcher von seiner Arbeit nicht aufblickte, sondern nur kurz entgegnete:
»Im Augenblick, setz dich so lange!«
Die beiden Männer waren gute Freunde.
Noch vor wenigen Wochen stand Schmitz zwischen den Arbeitern vor der Drehbank und schob mechanisch ein Holzstück nach dem anderen zwischen die spitzigen Zähne des rotierenden Eisens. Und er hatte sich ganz gut eingelebt in diese geisttötende Beschäftigung, die ihm nicht viel Zeit zum Denken übrig ließ. Denn hier galt es mit allen fünf Sinnen bei der Sache zu sein, wenn man nicht den Verlust eines Fingers oder einer Hand beklagen wollte.
Man hatte aber bald in dem stillen, fleißigen Arbeiter den Mann entdeckt, dessen überlegene Ruhe und bestimmtes Auftreten ihn zu einem weiteren Wirkungskreise geeignet machten, und so ward denn Schmitz nach kurzer Zeit Aufseher der Maschinenhalle, in welcher er bis jetzt gearbeitet hatte.
Die übrigen Arbeiter freilich sahen mit neidischen Blicken auf den Emporkömmling, der erst eben auf der Bildfläche erschienen war und ihnen gegenüber nun schon als Befehlender sich aufspielte. Es fehlte daher nicht an spöttischen Bemerkungen, der alte Soldat aber wies jeden, der ihm zu nahe trat, mit kalter Ruhe in seine Schranken zurück.
Wenn er so des Morgens alle emsig bei der Arbeit sah, ging er manchmal zu Maurer hinüber, welcher im Maschinenhause beschäftigt war.