Und bei diesen allmorgendlichen Plaudereien entdeckte Maurer, ein gefürchteter Sozialdemokrat der Stadt, bald in Schmitz einen Mann, der leicht zu gewinnen war und der ein tatkräftiger Genosse zu werden versprach, wenn man ihn nur geschickt ins rechte Fahrwasser hineinlenkte.
Dieses Streben Maurer's ward umso mehr unterstützt, als Schmitz noch immer nicht den Groll gegen den Militarismus und die Staatsleitung, welche diesen groß gezogen, vergessen konnte. Ein tiefer innerer Grimm wühlte noch in ihm ob der Unbilden, die ihm die Früchte der besten Jahre seines Lebens zerstört.
So hatte er denn bald mit Leib und Seele zur roten Fahne geschworen, und aus dem königstreuen Soldaten war eine tatkräftige Stütze der sozialistischen Partei geworden.
Morgen sollte nun Schmitz eine Rede halten, vor einem großen Kreise seiner Gesinnungsgenossen, und deshalb wartete Maurer auf ihn, um noch einmal die wichtigsten Punkte mit seinem Freunde durchzusprechen.
Als Schmitz seine Arbeit fortgelegt und den Bogen im Schreibtisch verschlossen hatte, auf dem die Arbeitsliste der vergangenen Woche verzeichnet stand, schritt er mit Maurer hinab, und schweigsam wandelten die beiden durch die enge Gasse nach Maurer's Wohnung hin.
Aus einem Nachbarhause nahmen sie eine Kanne Bier mit, zündeten dann die Lampe an und begannen die Besprechung.
Es handelte sich um ein neues Steuergesetz, welches besonders den arbeitenden Klassen zur Last fiel, und daher galt es, möglichst viele Gegner zu gewinnen, damit im Reichstag bei der letzten Lesung der Angelegenheit eine ausschlaggebende Majorität die Durchführung der Vorlage zum Scheitern brachte.
Bis nach Mitternacht waren die beiden Freunde in eifriges Gespräch vertieft. Und als sie sich trennten, waren ihre gleichschlagenden Herzen um ein Band reicher.