So fuhr denn eines Tages ein gelbgestrichener Möbelwagen vor dem schönen Hause am Ende der Stadt vor, und man packte alles hinein, was des Mitgehens wert war.

Der Oberst aber zog mit Familie sang- und klanglos zum Bahnhof, nur der Bursche erschien, denn er war zum Koffertragen kommandiert. Im letzten Augenblicke kam auch noch atemlos die Kinderfrau an und forderte energisch den letzten Monatslohn.

Ein greller Pfiff, und der Schnellzug entführte einen Mann, der noch einmal mit traurigem Lächeln sein Auge über die Dächer der Stadt gleiten ließ, in welcher er fünf Jahre seine segensreiche Tätigkeit entfaltet.

In der nämlichen Woche reisten Bleibtreu und König ab, in welchen die Armee zwei tüchtige Soldaten und ergebene Anhänger verlor.

[Achtes Kapitel.]

Acht Uhr vorbei. An einem Dezemberabend. Die Läden der Geschäftshäuser wurden geräuschvoll geschlossen, aus allen Teilen der Straße tönte das Rasseln der Jalousieen, die man vor den blendend erleuchteten Auslagefenstern herunterließ.

Auf dem Asphalt wogte es von einer wortlos dahineilenden Menschenmasse. Hastend und jagend, als habe jeder einzelne etwas Versäumtes nachzuholen, schritten sie dahin, elegante Frauen, Männer im Arbeitsanzug, vornehm gekleidete Herren und der nicht enden wollende Schwarm junger Mädchen, welcher den Ladentischen und Kontors der Geschäftshäuser entströmte, vermischt mit jenen, die in langsamem Tändelschritt, von einer Woge aufdringlichen Parfums umgeben, ihre hoch aufgenommenen seidenen Röcke zur Schau tragen. Auf dem Fahrdamm sausten Cabs und Omnibusse in rastloser Folge dahin, elegante Pärchen, verschleierte Damen, Börsenbarone, Großkaufleute, Reisende und alle die ihrem Ziele zuführend, welche sich nicht mit dem Staub der Menge die Schuhe beschmutzen wollten, oder es besonders eilig hatten. Dazwischen ließ das Automobil seinen düsteren Klageruf erschallen, oder die Straßenbahn ihr Glockenzeichen, elegante Koupees rollten geräuschlos über den Asphalt, nur ab und zu bei dem weißen Licht der Läden oder Straßenlaternen einen Blick in ihr geheimnisvolles Innere gestattend.

Diese ganze Wirrnis des Großstadtstraßenlebens, dies bunte Gedränge, das eilige Hasten und Jagen, alles trug den Stempel des Strebens, der Arbeit, es war wie in einem Ameisenhaufen, wo jedes einzelne Tierchen rastlos seine Pflicht erfüllt, um in gemeinsamer, emsiger Arbeit ein gemeinnütziges Ganzes zu schaffen.