»Was soll nun werden?« sagte er leise.
Frau Leimann antwortete nicht, sondern schaute wieder sinnend in das Kaminfeuer, und eine Träne leuchtete in ihrem Auge.
»Morgen müssen wir hinaus aus dem Hause, wenn wir nicht zahlen, und dann können wir auf der Straße schlafen!«
»Du mußt arbeiten, Georg!« entgegnete die Frau mit tränenerstickter Stimme, und sie versuchte einen energischen Ton in ihre Worte zu legen.
»Hab' ich es nicht versucht?« gab er achselzuckend zurück, »hat man mich nicht jedesmal wieder hinausgeworfen? Und es hat auch keinen Zweck, daß ich noch einmal einen Anlauf nehme, ich kann eben nicht arbeiten, ich habe es nicht gelernt.«
»Aber es muß etwas geschehen, wir müssen einen Ausweg finden!« rief die Frau verzweifelt. »Wenn du mich jetzt im Stiche lassen willst, so durftest du mich nicht mit in's Verderben locken!«
»Locken?« fragte Borgert spöttisch, »wer hat dich denn gelockt? Warst du es nicht selbst, die mich flehentlich bat, mitgehen zu dürfen, weil du es bei deinem noblen Herrn Gemahl nicht mehr aushalten konntest?«
»Wenn ich es tat, so mußtest du als Mann so viel Vernunft besitzen, mir mein Vorhaben auszureden!«
»Euch Weibern soll einmal einer etwas ausreden, was ihr Euch in den Kopf gesetzt habt! Jetzt trage ich natürlich allein die Schuld, Ihr Weiber seid ja nie an etwas schuld.«
»Lästere nicht, Georg, raffe dich zusammen und überlege, wie uns jetzt zu helfen ist. Es muß ein Mittel geben!«