»Was Sie nicht sagen, da muß ich doch einmal gründlich nachforschen, denn das Geld für ein Auskunftsbureau ist sie ja doch nicht wert, diese.... Nun, ich kann das Wort nicht aussprechen, das mir auf der Zunge schwebt.«

»Dann wundert es mich aber, daß sie überall so großartig auftritt, wenn sie so viel auf dem Kerbholz hat.«

»Das ist eben ihre Manier!« entgegnete Müller wichtig.

»Dieselbe Sache wie mit dem Wagen. Den geschmacklosen Karren hat sie irgendwo aufgetrieben, setzt den Burschen im Cylinder und gelben Stiefeln hinten drauf, spannt zwei Schwadronsgäule ein und fährt den Leuten etwas vor. Dabei biegen sich die Axen, wenn die dicke Person darin sitzt. Daß sie täglich auch ein Dienstpferd reitet, dagegen sagt der Oberst nichts, obwohl in den Vorschriften beides streng verboten ist. Frißt ein anderer aber nur eine Kleinigkeit aus, so steckt er ihn drei Tage ein und kommt sich höllisch schneidig vor.«

»Der Oberst ist eben ein ganz pflaumenweicher Bruder, dabei schnurrt er wie gedruckt. Einem mir bekannten Herrn hat er erzählt, wie ausgezeichnet er mit dem Civil stände, und wie sein Tennisplatz belagert sei. Er spielt aber doch meist allein, wer sich vor diesen Leuten drücken kann, tut es doch sicher.«

»Ich wette, daß er vor der nächsten Versammlung des Tennisklubs eine dienstliche Besprechung ansetzt, dann hat er uns alle in der Falle.«

Während dieser Unterhaltung hatte Frau Leimann mit leuchtenden Augen dem Oberleutnant Borgert zugehört, wie er in seiner gewandten Weise über den Oberst und Stark's zu Felde zog, der Rittmeister sog nachdenklich an seiner Cigarre und unterdrückte ein Gähnen, während seine Gattin in Gedanken versunken mit einer Quaste der Tischdecke spielte.

»Warum so ernst, meine Gnädige?« redete Borgert sie an.

»Ich dachte gerade darüber nach, wie Sie später über uns reden würden, wenn uns einmal irgend etwas auseinanderbringt!« erwiderte sie lächelnd.