Pommer besann sich einen Augenblick. Er, der vor seiner Offizierslaufbahn drei Jahre die Universität besucht und dann in großen Bankhäusern tätig gewesen war, der das Leben von der ernstesten Seite kennen gelernt und die doppelte Erfahrung besaß, wie die meisten seiner Altersgenossen, er sollte sich von einem Menschen zur Rede stellen lassen, der nichts als trinken, schimpfen und Geld ausgeben konnte, der im Dienst eine Null war? Und zu dieser Handlungsweise war jener berechtigt, sie war dienstlich sanktioniert?

Richtig, ja, es war so, jetzt fiel es ihm ein, daß er schon früher einmal über diese widersinnige Bestimmung nachgedacht und überlegt hatte, wie sehr jenes Recht gemißbraucht werden könnte, wenn es einem nur daran lag, einem jüngeren Kameraden ordentlich eins auszuwischen, ohne daß dieser sich wehren konnte. Alle durften sich also einem Jüngerem gegenüber jederzeit als Vorgesetzte aufspielen, wenn es ihnen eine Laune eingab! Wirklich großartig!! —

Ein spöttisches, grimmiges Lächeln ging über Pommers blasses Gesicht, dann antwortete er mit fester Stimme:

»Bitte, was steht zu Diensten?«

»Der Zufall führte mich gestern Abend in den Garten, wo ich etwas sah, das ich mir noch nicht erklären kann. Sie haben......«

»Jawohl, ich habe eine Dame, die Gattin des Rittmeisters Kahle geküßt, ihr von Liebe gesprochen u. s. w., das weiß ich.«

»Darf ich Sie um eine Erklärung bitten, wie Sie dazu kommen?«

»Ich war betrunken, sonst wäre es nicht vorgekommen!«

»Nun, Ihre Erklärung klingt ja ganz kurz und einfach, warum betrinken Sie sich, wenn Sie es nicht vertragen können und so wenig Herr Ihrer Handlungen bleiben?«