Diese beiden Herren wohnten in einem Hause und waren eng mit einander befreundet. Vielleicht hatte sie ein chronischer Mangel an Kleingeld zusammengeführt, was ihnen jedoch kein Grund war, sich irgend einen Wunsch zu versagen, vielmehr lebten sie, als seien sie die Erben reicher Häuser.
»Verzeihen Sie, gnädige Frau«, wandte sich Leimann an Frau König, »daß meine Gattin nicht mitkommt, sie hat wieder ihr altes Leiden, Sie wissen ja, Migräne!« Dabei machte er ein Gesicht, als glaube er selbst nicht recht daran. »Sie wird natürlich nachkommen, sobald sie sich besser fühlt.«
»Das tut mir sehr leid,« entgegnete Frau Klara liebenswürdig, »nun, hoffentlich hält das Kopfweh nicht lange vor! Es sollte mich freuen, Ihre Gattin bald begrüßen zu können.«
Als nun auch der kleine Leutnant Bleibtreu, ein besonderer Freund des Hauses und einziger Offizier in Rittmeister König's Schwadron, zur Stelle war, meldete der Diener, es sei angerichtet. So begaben sich denn die Herrschaften nach dem Eßzimmer und ließen sich an dem mit großer Sorgfalt gedeckten Tische nieder.
Anfangs herrschte Schweigen, erst als ein jeglicher seinen Teller gefüllt, kam die Unterhaltung allmählich in Gang.
»Das Wetter ist in den letzten Tagen so schön, daß man bald mit dem Netzspiel beginnen kann,« bemerkte Frau Oberst von Kronau.
»Gewiß«, erwiderte der Oberst mit vollem Munde, »ich werde nächste Woche eine Versammlung des Klubs anberaumen, und dann kann's losgehen!«
»Ach ja, entzückend,« rief Frau Stark begeistert, »ich spiele leidenschaftlich gern, Sie spielen doch alle mit, meine Herrschaften? Sie, meine liebe kleine Frau Kahle, waren ja schon früher eine der Eifrigsten. Und wie ist es mit Ihnen, Frau König?«
»Ich lasse es besser, denn es bekommt mir nicht.«