Roth erschrak. Zum Glück hatte keiner den Vorgang mit angesehen, denn Schmitz war mit den beiden anderen gerade am Ende des Stalles beschäftigt. So rief er denn die beiden Reservisten herbei und ließ den Bewußtlosen nach der Revierstube tragen. Fatal war ihm die Geschichte doch, denn der arme Kerl hatte ordentlich eine ins Gesicht gekriegt.

Als der Oberleutnant am nächsten Morgen fragte, warum der Gefreite ins Lazaret gekommen sei, antwortete Roth:

»Er ist ungeschickt an das Pferd getreten und hat es erschreckt, da schlug es aus und traf ihn an den Kopf!«

»So ein Esel,« schalt der Oberleutnant, »eigentlich sollte man den Kerl noch obendrein einsperren, daß er uns die Pferde verdirbt!«

Für heute Abend aber war dem Vizewachtmeister die Laune verdorben.

Im Stalle war es ruhig geworden, man vernahm nur noch ein Rauschen, als die vielen Pferdezähne den Hafer zermalmten.

Roth warf einen Blick in die Futterkiste.

»Gib den Rest dem »Zeus«, der ist so mager!« sagte er zu Schmitz.

»Nein, dem gebe ich nichts mehr, der hat genug, außerdem hat er heute morgen einen geschlagen. Das Vieh wird ja ganz verrückt, wenn es immer lahm im Stall steht und so eine Menge Hafer frißt!«

»Gib's ihm nur, er kann's vertragen!«