Nun, die Rache sollte nicht ausbleiben. Schmitz wurde am 21. Oktober durch einen Wachtmeister auf Festung gebracht, wo viele Stunden der Selbstverleugnung und schwere Tage seiner warteten.
So kam allmählich die Weihnachtszeit heran. Schnee bedeckte den Kasernenhof, alles lag öde, leblos und starr durch die grimmige Kälte der letzten Tage.
Ein großer Teil der Mannschaften hatte Urlaub für die Festtage erhalten, und ein jeder nahm im Dienst seine ganze Kraft zusammen, um nicht im letzten Augenblick der zu erwartenden Freuden beraubt zu werden.
Fast allabendlich fuhren die Herren des Offizierkorps, natürlich ohne Urlaub, nach der Nachbarstadt, um Weihnachtseinkäufe zu machen, denn nach Hause fahren wollte nur einer von ihnen, die anderen beabsichtigten eine kleine Feier im Kasino, wo sie sich gegenseitig kleine Geschenke zu machen gedachten.
Borgert und Leimann kehrten stets mit Packeten beladen zurück, sie kauften alles, was ihnen gefiel, Geld würde sich später einmal finden, denn jetzt pumpte ja jeder mit Freuden, wenn er nur seine Ware los wurde.
An den geschäftlichen Teil in der Stadt schloß sich meist ein kleines Gelage in einem guten Restaurant, und oft kam es vor, daß die Herren in recht angeregter Stimmung den letzten Zug zur Garnison bestiegen.
Eines Abends hatte auch der neue Riesling besonders gut geschmeckt, und alle langten ziemlich »blau« in später Nacht zu Hause an.
Der Regimentsadjutant fand ein Diensttelegramm in seiner Wohnung vor und mußte sich noch einmal, trotz der späten Stunde zum Regimentsschreiber begeben, um mit diesem über die Erledigung des Telegramms Rücksprache zu nehmen.
Starker Schneefall war eingetreten, und der scharfe Ostwind trieb die Flocken in wildem Wirbelspiel durch die kalte Luft, sodaß man die Augen zusammenkneifen mußte und nur mit Mühe den zugewehten Weg erkennen konnte.