Der Uhrmacher besah mit spöttischen Augen das Stück und sagte dann achselzuckend:

»Zwanzig Mark, das ist aber reichlich Geld.«

Schmitz rechnete. Fünfunddreißig hatte er noch, zwanzig dazu machte fünfundfünfzig, es fehlten noch fünf Mark. Da streifte er entschlossen einen Ring vom Finger, das einzige Andenken an seinen verstorbenen Vater.

»Was ist Ihnen der wert?«

»Zehn Mark, mehr nicht!«

»Gut, geben Sie her, Sie haben es dafür!« Schmitz strich die drei Goldstücke ein, ging zur Kaserne, zahlte dem Wachtmeister sechzig Mark aus und holte seinen Koffer, um den Abendzug zur Stadt noch zu erreichen.

Wer den bleichen Mann mit dem kleinen Koffer gesenkten Blickes dahinziehen sah, ahnte nicht, daß es ein königlich preußischer Sergeant war, der jetzt eines ungeschickten kleinen Vergehens wegen, ohne einen Pfennig, aber mit Rheumatismus in allen Knochen und einer zertretenen Vaterlandsliebe im Herzen auf die Straße gesetzt war, um sich ein neues Lebensziel zu suchen, nachdem er seine beste Kraft, seine Gesundheit und seine Jugend dem Staat geopfert hatte.

Auf der Anhöhe, von welcher aus man einen Blick auf die in ihrem weihnachtlichen Schneegewande ruhende Kaserne hatte, schaute er noch einmal hinunter und schüttelte drohend den Arm, einen wütenden Fluch ausstoßend.

Dann bestieg er auf dem Bahnhof einen Wagen vierter Klasse desselben Zuges, in welchem zahlreiche Soldaten singend und scherzend nach der Heimat fuhren, um dort im Kreise der Familie das Weihnachtsfest zu feiern. —