Einen Augenblick standen die beiden Männer einander gegenüber, da erkannte Roth seinen ehemaligen Freund.

»Ach, du bist es, alter Kerl, was willst du denn hier?« stieß er mit heiserer Stimme hervor.

»Das will ich!« schrie Schmitz und ließ seinen Stock sausend durch die Luft fahren. Der erste Schlag traf den Gegner mitten ins Gesicht.

Der zum Tod Erschrockene taumelte einen Augenblick, ehe er aber seinen Säbel ergreifen konnte, sauste ihm ein kräftiger Hieb nach dem anderen in's Gesicht, auf den Kopf, die Schultern und Hände.

Da stürzte er sich wie ein wildes Tier auf seinen Gegner. Schmitz aber holte aus und gab dem Wachtmeister eine schallende Ohrfeige, daß er rücklings zu Boden fiel.

»So, du ehrloser Hund, du feiges, dreckiges Aas, das war für deine gemeine Gesinnung und das ist für deine Lügerei!« Dabei gab er dem am Boden Liegenden einen derben Tritt und entfernte sich.

Im Gehen rief er noch spöttisch seinem Opfer zu:

»Jetzt darfst du mich wieder melden, du Schweinehund, aber dann habe ich so Verschiedenes zu erzählen!«

Nun war dem alten Futtermeister wieder wohl um's Herz, jetzt konnte er sein Schicksal ruhiger tragen, denn er wußte den Gegner gestraft. Die Rache ist doch süß!

Vizewachtmeister Roth mußte mehrere Wochen im Lazarett verbringen, bis seine Wunden im Gesicht und an den Händen geheilt waren. Er hatte angegeben, von einem betrunkenen Arbeiter überfallen worden zu sein und behauptete, ihn mit dem Säbel zu Boden gestreckt zu haben.