»Die Luft hat mir gut getan! Es ist mir wieder wohl!«
»Also darf ich Sie wieder zum Kasino zurückbegleiten?« war Borgert's Antwort, und der Ton seiner Stimme verriet sichtliche Enttäuschung.
»Ach nein, wir wollen bei mir noch eine Tasse Kaffee trinken, das wird uns gut tun, ich habe auch gar keine Lust, wieder unter diese betrunkenen Menschen zu gehen, es ist ein widerwärtiger Anblick!«
»Ganz wie Sie wünschen, meine Gnädigste!«
Dabei schob er den Schlüssel in das Schloß, öffnete die Tür, und beide stiegen schweigend die dunkle Treppe hinauf.
Als sie im Zimmer angelangt waren, holte Borgert die Lampe herbei und zündete sie an. Er kannte genau den Platz, wo sie zu finden war. Dann griff er nach einer Zeitung und setzte sich träge in die Sofaecke.
Frau Leimann aber war im Nebenzimmer verschwunden, um nach wenigen Augenblicken wieder mit der Kaffeemaschine zu erscheinen, auch hatte sie das Fastnachtskostüm mit dem Morgenrock vertauscht, dessen weicher Faltenwurf sich kosend an die schönen Glieder schmiegte.
»So,« sagte sie, die Gardinen zuziehend, »jetzt sind wir endlich in unseren vier Pfählen, jetzt wollen wir noch ein Stündchen gemütlich plaudern!«
Dabei ließ sie sich ebenfalls auf das Sofa fallen, und Borgert's Augen hingen wie trunken an der jugendlich schönen Gestalt, die sich unter dem Stoff des Gewandes verriet.
»Endlich allein! könnte man eigentlich sagen,« scherzte Borgert, »hoffentlich kommt Ihr Gatte nicht zu bald nach, damit unser idyllisches Kaffeestündchen nicht gestört wird.«