Von der Straße bogen die Gefährte in einen Seitenpfad ein, der so schmal war, daß das Geäst der rechts und links stehenden Bäume beständig gegen die Wagenfenster schlug.

An einem freien Platze machten sie Halt. Die Insassen stiegen aus und befahlen den Kutschern, an den Eingang des Waldes zurückzufahren und dort zu warten.

Die Herrn schritten sodann noch fünf Minuten einen kleinen Pfad entlang und versammelten sich auf dem Schießstand, der am weitesten in den Wald hinein gelegen war.

Der Pistolenkasten wurde auf einen Erdwall gelegt und von den Sekundanten die Waffen herausgenommen und geladen, dann übergab einer die Pistole dem anderen zur Prüfung.

Die Ärzte breiteten ihre Bestecke aus und legten einen großen Streifen Verbandsstoff bereit, während die Unparteiischen sprungweise die Entfernung abschritten und ihre Degen als Entfernungsmarken in den festgefrorenen Boden steckten.

Der übliche Ausgleichsversuch verlief erfolglos, und so nahmen denn die beiden Duellanten an je einem Degen Ausstellung.

Kahle sah bleich und übernächtig aus, er zitterte vor Kälte, und seine nervös zuckenden Züge verrieten heftige Erregung.

Kolberg dagegen schien beinahe zu lächeln und warf mit einer gleichgültigen Bewegung den Zigarettenstummel weg, den er bis dahin im Munde gehalten.

Einer der Herren erklärte in kurzen Worten die Kampfesordnung, daß der Schuß zwischen »Eins« und »Drei« fallen müsse und sagte dann nach kurzer Pause:

»Fertig!«