»Nummer 1!« schreien da natürlich alle.
»Na, freilich Nummer 1! Aber der Ernst Ehrenfried hat doch gesagt, daß solche Ameisenmutter ihr Nest unter der Erde oder in einem Baumstamm oder unter einem Stein anlegt, und Manning hat behauptet, daß dieses Nest oft einen Meter hoch wird. Stimmt denn das zusammen?«
Manning fühlt sich sofort berufen, sich zu verteidigen: »Ja, die Kolonie wird doch immer größer, und was man so vom Ameisennest sieht, das sind immer so Nadeln und Holzsplitterchen und Pflanzenteile. Die sind so draufgeschleppt zum Schutze gegen den Regen und die Kälte.«
»Ganz richtig! Das ist also auch in Ordnung. – Na, wer ist jetzt dran?«
»Ich!« meldet sich Rohloff. »Aber der Manning hat ja nun schon alles über die Wohnung der Ameisen erzählt.«
»Herr Gott, ja! Da muß sich Rohloff beleidigt fühlen! Na warte nur, für dich findet sich schon wieder etwas anderes! Aber, Körer ist uns noch was schuldig. Nicht wahr? Was war es denn?«
»Was die Ameisen fressen! Die Ameisen fressen alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Sie fressen eben alle andern Insekten. Besonders gerne fressen sie auch die Larven von andern Insekten. Außerdem noch Raupen, Käfer, Frösche und Mäuse. Sie knabbern auch das Fleisch von den Knochen ab. Wir haben einmal in unserm Garten einen Gänsekopf in einen Ameisenhaufen gepackt; den hatten sie nach vierzehn Tagen ganz kahl gefressen. Schließlich sind sie sogar bis in unsere Küche gekommen. Ach, das war eine Geschichte! Meine Mama hat manchmal darüber geweint. Wir konnten die Spinden noch so fest verschließen, sie kamen doch hinein.«
Ein anderer fällt da schnell ein: »Meine Tante wohnte in Friedenau in einer Parterrewohnung. Da waren die Ameisen so arg, daß meine Tante ausziehen mußte.«
»Ach,« ist Körer bei der Hand, »da hätte sie alles mit Tran und Teer beschmieren müssen. So haben wir sie weggekriegt.«
»Ja,« sagt Doktor Fuchs, »damit kann man sie sich vom Leibe halten. Auch den Geruch von Petersilie mögen sie nicht. Aber etwas hat Körer doch noch vergessen, oder er hat sogar zu viel gesagt. Nämlich, sie fressen nicht alles, was ihnen vor den Schnabel kommt, sondern sie hegen und pflegen sogar eine Sorte von Tieren. Na, Jungs, das ist eine kolossal interessante Geschichte! Jeder hat doch schon einmal einen Holunderbaum gesehen. Na, und die Holunderblätter sind doch manchmal auf der Oberseite so klebrig. Dieses Klebrige nun, das mögen die Ameisen gern; das schmeckt ihnen offenbar honigsüß.«