»Ja, ja, Herr Doktor,« drängt sich der kleine Achim Köckeritz neben Doktor Fuchs her, »ich weiß! Wir haben einen Holunderbaum im Garten. Ich habe erst gestern abend an solchem Blatt geleckt. Das schmeckt wirklich wie Honig!«

»Ganz recht, Achim! Weißt du denn aber auch, was das ist?«

»Sie sagen ja selbst, Herr Doktor, das ist Honig!«

»Na, ich sagte wohl nur, daß es honigsüß ist; denn in Wirklichkeit ist es etwas ganz anderes. Die Blattläuse haben nämlich solch Blatt einfach als ihren Appartement betrachtet, und, was der Achim Köckeritz da abgeleckt hat, das war einfach die Ausleerung der Schild- oder Blattläuse.«

Der Achim wird ganz bleich. Er würgt an etwas herum; aber er meistert sich noch einmal und sagt bloß entsetzt: »Äcks! Pfui Deibel!«

Einige andere schreien gleich aus Sympathie mit.

»Oh, das ist nicht so schlimm, Jungs!« wehrt Doktor Fuchs. »Ganz und gar ungefährlich! Na also, zu unserer Sache zurück! Um diese Blattlausausleerung immer zu haben, postieren sich einige von den Ameisen neben die Tierchen und schützen sie vor ihren Feinden. Damit aber der schöne, süße Kot der Blattläuse nicht vom Regen fortgewaschen wird, bauen die Ameisen ihren Freundinnen sogar ordentliche Ställe. Sie leimen nämlich ein loses Blatt oder sonst etwas über ihnen fest, und nun kann’s regnen, so viel es will, die Blattläuse sitzen eben dann im Trocknen. Man hat deshalb diese Blattläuse auch die Kühe der Ameisen genannt, weil sie diese – man möchte geradezu sagen – melken.«

Da lachen die Jungen laut auf.

»Ja, ja, wirklich melken! Die Ameisen klopfen und streicheln nämlich so lange mit ihren Fühlern an den Tierchen herum, bis die Blattläuse ihren Enddarm entleeren!«

Aber nun das Lachen der Jungen erst! »So eine Schlauheit! – Die Ameisen denken dann doch genau so wie die Menschen.«