»Ja, das sollte man meinen! Einmal hatte jemand in seinem Garten um einen Baumstamm einen Teerring gezogen. Auf dem Baume saßen aber bei den Blattläusen noch Ameisen genug. Als die nun den Stamm hinuntergeklettert kamen, um in ihr Nest zu gelangen, da fanden sie den Teerring, über den sie natürlich nicht hinwegkonnten. Was machten sie da nun? Was meint ihr, Jungs?«
»Vielleicht opferten sich die ersten und bildeten so eine Brücke, daß die andern drüberkonnten!«
»Nein, opfern tun sie sich nur in Gefahr oder beim Angriff!«
»Vielleicht haben sie Blätter oder sonst was auf den Teerring geschleppt!«
»Ja, das haben sie getan. Aber dieses ›sonst was‹ waren eben die armen Blattläuse. Die Ameisen kriegten sie zu packen und klebten sie auf den Teerring, bis sie selber da gefahrlos hinüberkonnten. Also man sieht, schlau sind die Ameisen, aber dankbar gegen andere Lebewesen kann man sie nicht nennen; sogar nicht gegen die, die ihnen nützen.« – – –
»Dieser Stein vom Seinestrande.«
Da schwenkte man eben rechts weg und hinunter; denn hier fallen die Havelberge zu einem Gesenke ab. Lange, lange bevor noch ein Germane mit Albrecht dem Bären wieder in diese Gegend kam, hatte der Regen, wenn er von jenen Höhen herunterströmte, hier ein flaches Sandland geschaffen und dadurch die Havel zurückgedrängt. Da schneidet die Chaussee gerade den letzten Zipfel der hier niedriger auslaufenden Havelberge durch und wendet sich dann von dem Wasser weg in den Wald hinein, um so später rechtwinklig auf die alte Berlin–Potsdamer Landstraße zu stoßen.
Durch das Gesenke selbst läuft die Chaussee auf einem aufgeschütteten Damm, der von weißgetünchten, aufrechtstehenden Steinen eingefaßt ist. Zwischen diesen Steinen muß man jetzt ein kleines Stückchen hinwandern.
»Warum stehen denn die Steine hier?« fragt da einer.
»Frage do’ nich so dumm!« – Fritze Köhn ist eben ein zappeliger und schnell denkender Berliner. – »Damit keener runtersaust, wenn er ’n Schwips hat.«[11]