Die fünfzehn Mann traten vor, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern oder ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Auch von Schoener und Haeseler und Forster und Bonin, die nach dem Grunewald gegangen waren und so doch eigentlich den Paradetag auch redlich benutzt hatten. Sie wußten, bei Paperlink würde doch kein Widerspruch etwas helfen.

»Herr Turnwart!« – von Schoener ist damit einen Schritt weiter vorgetreten. – »Karnagel kann eigentlich nicht dafür, daß er nicht gegangen ist. Sein Vater ist dran schuld!«

»Ist gut! Seinen Vater habe ich nicht hier. Also muß er ran!«

von Schoener, der nette, mutige Junge, tritt wieder zurück. Ja, als Sohn eines Offiziers hat er Disziplin im Leibe.

»Drei … sechs …… fünfzehn! Stimmt! Erstens also zwiebele ich euch, die ihr euch nicht über unser schönes Militär freuen konntet, jetzt ein Viertelstündchen, und die andern sehen zu. Und zweitens dürfen die andern dann kürturnen, und ihr seht zu. Die Paradejungen aber dürfen sich beim Zusehen malerisch um euch herumgruppieren, wie es ihnen am bequemsten ist, und ihr, die Reichskrüppel, ihr, mit eurem Manko im vaterländischen Gefühl, ihr müßt nachher beim Zusehen in Reih und Glied stehen! Und stramm dabei! Das soll eure Strafe sein! – Die Parade austreten!«

»Die Parade austreten?« – Oh, die Jungen verstanden! Im Nu waren alle Barren, Matratzen und alles, was sonst einen Raum zum Liegen bot, »beflegelt«, während Paperlink von seinem Kommandokasten hinuntersprang und die »Reichskrüppel« zusammenrücken ließ. Und nun ging’s los. Nach links und nach rechts hin ließ er das kleine Häuflein marschieren und schwenken, die Turnhalle auf und die Turnhalle ab; er ließ sie an Ort treten und im Laufschritt dahinstürzen, auf die schadenfrohen Paradezuschauer zu und von ihnen weg, an ihnen vorbei und noch einmal vorbei und zum so und so vielten Male vorbei, daß die fünfzehn Mann schließlich rauchten und dampften. Und endlich, endlich kam dann das Kommando: »Halt!«

»Ausrichten! – Haeseler, man nich so schlapp dhun! – Bonin, an deinen Schuhen is ooch bloß die Ventilation jut! – Schoener, dhu man nich so! Willst woll Eindruck schinden? – So! Nun habt ihr noch lange nicht so geschwitzt wie wir andern bei der Parade! Aber ich will Gnade vor Recht ergehen lassen. Ganze Abteilung – kehrt! Vorwärts – marsch! … Ganze Abteilung – halt! Ganze Abteilung – kehrt! So! Hier bleibt ihr stehen und seht zu!« – Zu den andern gewendet: »Zur Belohnung Kürturnen!«

Na, war das nun bisher für die »Paradejungen« ein Vergnügen gewesen, jetzt ging’s erst recht an. Kürturnen eine ganze halbe Stunde lang! Wie es sonst nur in der allerletzten Stunde vor der großen Versetzung gewesen war! Und um so schöner, als andere dieses Vergnügen zu der gleichen Zeit nicht haben konnten! Die mußten nun so »duselig« zusehen! Und ausgenutzt wurde dieses Vergnügen!

Am Ende der Stunde ertönte wieder das Glockenzeichen.

»In Rotten antreten! Haltung!«