Der aber winkt ruhig ab. »Morgen Zettel! Notabene: hoffentlich beteiligen sich alle an der Partie!« – – –
Ein armer Junge.
Der Primus, der Ernst Ehrenfried, ist aufgestanden. »Ich weiß es noch nicht!«
Die ganze Klasse lauscht mäuschenstill; im selben Augenblick aber lispelt auch der kleine Köckeritz seinem Nachbar, dem Hänsel, empört zu: »Der ist immer der Spielverderber!«
Das ist zwar leise, doch immerhin noch so deutlich gesagt, daß es die ganze Klasse gehört haben muß. Auch Dr. Fuchs hat es sicherlich gehört; indes, er will es offenbar nicht gehört haben; denn er sagt nur in scheinbar zürnendem, dabei aber auch lustig schmollendem Tone zu Ehrenfried hin: »Was! Unser Primus will uns im Stich lassen! Ih, das wäre noch schöner! Da muß ich schon unsern Primus nachher mal extra bearbeiten!«
Der Ernst Ehrenfried kriegt einen roten Kopf, und ganz verwirrt setzt er sich nieder. Zugleich aber hat auch ein Blick des Ordinarius den kleinen, impulsiven Köckeritz gestreift. Der versteht den Blick; denn er sagt nichts mehr, sondern richtet sich gerade auf und verläßt jetzt den Ordinarius mit keinem Auge. Dann macht sich Doktor Fuchs an sein Pensum, und vierzig Minuten lang hat kein Junge Zeit, an die Partie zu denken.
Nach der Stunde aber tut Doktor Fuchs gar nicht, als ob er den Ehrenfried »extra bearbeiten« wolle. Er hat es offenbar vergessen; er geht auch schnurstracks auf den Hof, wo er allerdings in dieser Pause die Aufsicht zu führen hat.
Dabei läuft ihm der kleine, lustige Köckeritz über den Weg, und Doktor Fuchs winkt ihn zu sich hinan.
»Sage mal, Achim, was hast du denn immer mit Ehrenfried vor?«
»Ach, gar nichts, Herr Doktor! Ich uze ihn nur immer ein bißchen!«