Auf sein Klingeln oben macht ihm ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren auf. Das hat den Zeigefinger der linken Hand in den Mund gesteckt und sieht den vornehmen Besucher staunend an.

»Mein Kind, ist vielleicht Papa oder Mama da?«

Die Kleine läßt die Tür offen stehen, läuft in die Küche zurück und ruft leise: »Mutti! Mutti! Ein Mann ist da!«

In dem Augenblick kommt auch schon die Mutter aus der Küche heraus. Sie war gerade beim Kartoffelschälen und hat die Schalen noch in der Schürze; die Schürze aber hat sie zusammengenommen und die Zipfel über den linken Arm geschlagen. Da sieht noch die Hand hervor, die jetzt das Messer hält, während die Frau die rechte Hand schnell an der Schürze abwischt. An dieser Schürze hängt noch ein kleines Mädchen von vielleicht drei Jahren, während ein noch kleinerer, pausbäckiger Junge eben aus der Küchentür hinter der Mutter her heraustorkelt.

»Guten Tag, mein Herr!«

Doktor Fuchs grüßt freundlich: »Guten Tag! Ich bin der Ordinarius des Ernst Ehrenfried. Sie sind wohl seine Tante?«

Die Frau, an der jetzt die drei Kinder hängen, nickt: »Ja, ja!« so daß Doktor Fuchs fortfährt: »Da kann ich Sie vielleicht einmal auf einen Augenblick sprechen.«

»Ja, bitte sehr, wollen Sie nähertreten?«

Sie schiebt sanft die Kinder zur Seite und öffnet die Tür eines Zimmerchens, das neben der Küche liegt. »Wollen Sie einen Augenblick eintreten, Herr Lehrer?«

So hat Doktor Fuchs Zeit, sich in dem Zimmerchen umzusehen. Es ist offenbar das Arbeits-, Wohn- und Schlafzimmer des Ernst Ehrenfried; denn da, auf dem kleinen, saubern Regal, stehen seine Schulbücher, und auf dem kleinen Tischchen liegt eine kleine Wachstuchdecke, auf der ein Tintenfläschchen steht mit sonstigem Schreibmaterial. Alles ist sauber zusammengelegt, und auch das ganze Zimmerchen macht einen höchst reinlichen, wenn auch sehr einfachen und ärmlichen Eindruck.