Da ist der Primus auf dem Plan mit einer ganz vernünftigen Erklärung: »Die werden wohl Schatten und Feuchtigkeit brauchen.«

»Ja, aber warum wächst denn sonst gar nichts unter den Eichen? Das sieht ja gerade so aus, als ob die Brennesseln allein von allen Waldpflanzen Feuchtigkeit haben wollten!«

Nun muß Ernst Ehrenfried doch die Antwort schuldig bleiben; Doktor Fuchs wird also schon helfen müssen. Aber er meint: »Jungs, das könnt und das sollt ihr allein finden! Freilich, dazu müssen wir uns erst mal solche Nesselkolonie unter einer Eiche ansehen!« –

Man war inzwischen ganz auf der Höhe der Havelberge angelangt; da oben aber ist weit und breit keine Eiche zu sehen. Nein, wirklich nicht, so weit die Jungen auch um sich gucken.

»Doch, Herr Doktor! Da unten! Da! Sehen Sie doch! Da! So schräg durch!«

»Da müssen wir ja hinunter und wieder hinauf!«

»Ach, Herr Doktor, das ist ja gerade fein!«

»Na, denn los! Sanfter Galopp!«

Unter schallendem Juchhe geht’s den kleinen Abhang hinunter. Atemlos kommt man im Grunde des Tales an. Richtig! Da steht eine prachtvolle, starke Eiche, die schon manchen Sturm über sich hat dahinbrausen lassen. In ihrem Schutz und Schatten wimmelt es von den stattlichsten Brennesseln. Aber sonst findet sich kaum ein Grashälmchen unter all dem Lumpengesindel der Nesseln.

»Na, Jungs,« sagt da Doktor Fuchs, nachdem er sich etwas verschnauft hat. – Ihm wird das Laufen offenbar schwerer als den Jungen. – »Na, wer kann mir nun sagen, warum nur Brennesseln hier wachsen?«