Und todverachtender als der Taucher,
Sind wir, die Kan sze tui.
Trotz des fröhlichen Lieds, in das auch die Leute auf den andern Stuben einfielen, herrschte doch bald wieder eine gedrückte Stimmung. Wir wurden das Gefühl nicht los, dass wir von unserm Führer wie Sklaven verkauft worden seien.
Am nächsten Morgen versammelte unser neuer Führer Ta Hsing die Mannschaften auf dem Haupthof der „Tschung kuo kung hsüeh“, wo wir im Quartier lagen und hielt eine Ansprache. Er sagte, wir seien in der Nähe der Wusungforts stationiert, um sie zu „schützen“. Wie und gegen wen wir die Forts schützen sollten, sagte er uns nicht. Die Aelteren von uns, die schon bei Nanking mitgefochten hatten und wirklich einmal kämpfen wollten, sahen sich erstaunt an und flüsterten sich etwas zu, was ich nicht verstand. Die Unzufriedenen wurden aber bald andern Sinnes, als Tai Hsing im Namen Liu Fu piaos einige Beförderungen bekannt gab. Auch ich stand auf der Liste und wurde vom Gefreiten zum Unteroffizier befördert. Als solcher verdiente ich vierzehn Dollar den Monat. Meine Freude war nicht gering; denn ich erhielt wirklich einmal Gelegenheit, ein paar Dollar zu sparen und wünschte im Stillen, dass die Revolution nur recht lange dauern würde. Ach, wenn ich damals gewusst hätte, wie kurz meine Zeit als Unteroffizier dauern sollte! Nachdem jeder der Beförderten einige Dollar Handgeld erhalten hatte, wurde Befehl zum Frühstücken gegeben. Mit grossem Poltern stürmten wir in die Stuben und harrten der reichhaltigen Mahlzeit, die unser neuer Führer uns versprochen hatte. Welche Enttäuschung! Es gab nur Tee und harte ausländische Kuchen. Ein grosser Groll sammelte sich gegen Tai Hsing an, weil er sein Versprechen nicht gehalten hatte. Die Beförderten kauten aber schweigsam die harten Kuchen und freuten sich auf das Essen, das sie am Abend in der Garküche nehmen würden, die nicht weit vom Quartier aufgeschlagen war. Am Abend sassen die Unteroffiziere unserer Truppe auf den schmalen Bänken vor der Garküche und schmausten und tranken. Der Unteroffizier Niu stimmte, als er die Reste der gegessenen Speisen mit einem Näpfchen Wein hinuntergespült hatte, ein Soldatenlied an, in das wir einfielen:
Vorwärts, immer vorwärts
Für die Republik
Unser Herz ist voller Mut
Soldaten fürchten nicht das Blut
ihrer Kameraden
Fürs Vaterland, fürs Vaterland