„Darüber hast du doch nicht zu bestimmen“, erwiderte die Schwester höhnisch. „Vorläufig gehört dir vom Hof noch gar nichts. Der Vater hat der Mutter den Hof vermacht, und es kommt nur darauf an, wem sie den Hof verschreibt. Dann kriegst du deinen Anteil ausgezahlt und gehst deiner Wege.“
Er ließ sie ohne Antwort stehen und ging wieder in die Stube. „Mutter, hier muß erst reiner Tisch gemacht werden, damit ich weiß, woran ich bin. Willst du den letzten Willen des Vaters erfüllen, daß ich den Hof übernehmen soll?“
Emma war in die Tür getreten. „Den letzten Willen des Vaters hat die Mutter schriftlich. Ihr gehört der Hof.“
„Und ich verschreibe ihn, wie mein seliger Mann, euer Vater, wollte, dem Franz“, erwiderte die Mutter ruhig, aber bestimmt. Da warf Emma die Tür hinter sich ins Schloß.
„Wer wirtschaftet hier?“, fragte Franz weiter.
„Ein alter, abgedankter Inspektor, den Emma angenommen hat. Sie versteht nichts davon, und ich bin zu schwach und kann mich nicht darum bekümmern. Ich glaube, er wirtschaftet in seine eigene Tasche, denn ich habe schon Papiere verkaufen müssen, weil das Geld nicht langte und kein Getreide zur Saat vorhanden war.“
„Bist du damit einverstanden, Mutter, daß ich die Wirtschaft übernehme und den Inspektor entlasse?“
„Ja, mein Sohn, du hast darüber zu bestimmen.“
Als der Inspektor eine Stunde später zum zweiten Frühstück hereinkam, führte ihn Franz in das Arbeitszimmer seines Vaters. Der Mann mißfiel ihm vom ersten Anblick an. Er hatte ein verkniffenes Fuchsgesicht mit listig zwinkernden Augen.
„Welche Kündigungszeit haben Sie?“, fragte Franz.