„Kündigungszeit?“, erwiderte der Inspektor, „darüber ist nichts ausgemacht.“
„Das Übliche ist wohl vierteljährliche Kündigung. Also kündige ich Ihnen vom 1. April zum 1. Juli. Sie bekommen Ihr Gehalt für die Zeit und können gehen. Ich beanspruche Ihre Dienste nicht mehr.“
„Sie ... Sie beanspruchen meine Dienste nicht mehr? Herr, wer sind Sie denn eigentlich?“
Franz bezwang den Ärger, der in ihm aufstieg und erwiderte ruhig: „Ich bin der Sohn des Hauses und handele im Auftrage meiner Mutter.“
„So? Aber ich nehme die Kündigung nicht an. Die Zeiten haben sich geändert, junger Mann, was Sie noch nicht zu wissen scheinen. Jetzt darf man nicht mehr einen Menschen so mir nichts, dir nichts auf die Straße setzen.“
„Sie weigern sich also, mein Haus zu verlassen?“
„Ja, und wenn Sie was gegen mich unternehmen, wende ich mich an unseren Arbeiterrat, der wird bald Ordnung schaffen.“
Franz sah ihn halb belustigt, halb spöttisch an. „Gut, daß Sie mich an diese neue Instanz erinnern. Das Weitere wird sich finden.“
Er zog sich an und ging zum Nachbarn, einem alten, guten Freund seines Vaters. Nachdem der erste Sturm der Begrüßung vorüber war und er seine Erlebnisse kurz berichtet hatte, fragte er: „Sag mal, Ohm Dahlheimer, was geht bei mir zu Hause vor? Was ist der Inspektor für ein Mensch?“
Der Bauer zuckte die Achseln. „Man möchte sich nicht das Maul verbrennen. Sieh zu, daß du den Menschen aus dem Hause kriegst.“