Die Mutter fragte etwas anderes, als Franz ihr von der Bewerbung seines Freundes Mitteilung machte. „Ist er ein guter, ehrlicher Mensch?“

„Ja, Mutter, er hat ein gutes Herz. Ich kenne ihn zur Genüge.“

„Er wird mit der Emma einen schweren Stand haben.“

„Ich glaube nicht, Mutter, sie hat vor ihm einen gewaltigen Respekt, und er wird ihn zu wahren wissen.“

„Dann will ich ihn gern als Schwiegersohn begrüßen.“

Noch am selben Abend fand die Verlobungsfeier statt. Emma schwamm in Seligkeit, daß sie nach Berlin käme, aber sie war in Sorge, ob ihre Möbel, die sie auf den Speicher gebracht hatte, der Würde und Stellung ihres Gatten entsprechen würden. Lüdicke drängte auf baldige Festsetzung der Hochzeit, die natürlich in Schwentainen stattfinden sollte. Als Emma dagegen einwarf, daß sie noch ein neues Seidenkleid für die Kirche brauche, machte er ein verdutztes Gesicht.

„Das mit der kirchlichen Trauung mußt du dir aus dem Kopf schlagen. Ich bin Atheist und aus der Kirche ausgetreten ...“

„Aber ich nicht .... Ich will mit dir vor den Altar treten oder gar nicht“, erwiderte Emma heftig.

„Weshalb gleich so heftig, liebe Emma“, erwiderte er ruhig. „Damit kommst du bei mir nicht durch. Auf eine freundliche Bitte würde ich vielleicht eingehen.“

In demselben Augenblick hatte Emma begriffen und sich umgestellt. Sie sprang auf, schmiegte sich zärtlich an ihn und schmeichelte ihm die Einwilligung ab. „Ich fürchte nur, der Pfaffe wird mich nicht in die Kirche rein lassen.“