„Ihr Sohn hat einen guten Geschmack“, meinte der Major lächelnd.
Der Forstmeister runzelte die Stirn. „Leider!“
„Aber, lieber Freund, es ist doch merkwürdig, daß die Väter ihren heranwachsenden Söhnen gegenüber immer so tun, als wenn sie die eigene Jugend vergessen hätten. Ein kleines lyrisches Intermezzo während der Ferien ....“
Der Grünrock kam nicht zur Antwort, denn Grinda trat ein.
„Also, Herr Grinda, wir möchten von Ihnen erfahren, was sie über die Standorte der russischen Truppen wissen und was sie für ihre Mitteilungen beanspruchen.“
Der Gastwirt ließ sich am Tisch nieder und rührte in seinem Glas.
„Zuerst muß ich einen Irrtum berichtigen, Herr Major. Das Daumenwackeln war nur ein Scherz von mir. Ich beanspruche selbstverständlich nichts für meine Mitteilungen. Meine Nachrichten sind überdies reichlich ein Jahr alt. Während der Zeit kann sich vieles verändert haben. Aber nehmen Sie Ihr Notizbuch zur Hand und schreiben Sie ....“
„Gleich hinter Kibarty liegen zwei Regimenter Kubankosaken in einem Barackenlager in voller Kriegsstärke ... haben Sie? Bei Suwalky steht das 1. Finnländische Dragonerregiment.“
„Donnerwetter,“ fuhr der Major auf, „irren Sie sich auch nicht, Grinda?“
„Im vorigen Herbst standen sie da, Herr Major. Ich beanspruche volles Vertrauen.“