Franz blieb stehen und faßte den Alten um.

„Vater, ich möchte dich um etwas bitten.“

„Was soll’s sein, mein Sohn?“

„Ich möchte auf einem großen Gut als Eleve eintreten.“

Im ersten Augenblick schien der Schulze etwas überrascht, dann schloß er den Sohn in die Arme:

„Mein Franz, du willst mir den größten Wunsch meines Lebens erfüllen? Das hatte ich kaum noch gehofft.“

„Ich will es wenigstens ehrlich versuchen. Finde ich aber trotz meines guten Willens keine Befriedigung in dem Beruf des Landwirts, dann werde ich’s dir offen sagen. Willst du mich dann studieren lassen?“

„Gewiß, mein Junge, gewiß! Du gehst nur zur Probe ein Jahr in die Wirtschaft. Damit muß sich auch Mutter zufrieden geben. Sie hofft ja noch sehr stark, dich doch noch einmal im Talar zu sehen.“

6. Kapitel

Vater Rosumek hatte seiner Frau noch nichts davon erzählt, daß sein Sohn ihm seinen Wunsch erfüllen wollte. Als Franz zum Frühstück herunterkam, empfing ihn die Mutter mit strahlendem Gesicht und legte ihm eine mit Goldfüchsen gefüllte Börse hin.