„Dazu muß man auch sehr viel gelernt haben, mindestens ebensoviel wie als Jurist.“

„Ach, ich kann die trockene Gelehrsamkeit nicht ausstehen, sie will mir nicht in den Kopf. Vater, ich habe zwar schon fünf Semester verbummelt, aber es ist noch nicht zu spät, laß mich noch umsatteln.“

„Ja, was willst du denn jetzt noch werden?“

„Landwirt, Vater“, rief Walter in freudiger Erregung aus.

„Ein guter Landwirt muß heutzutage auch einen ganzen Posten Kenntnisse besitzen, wenn er nicht unter die Räder kommen will.“

„Das meiste lernt man doch durch die Praxis“, gab Walter schnell zur Antwort. „Und wenn du mich blos zwei Semester auf die Hochschule schickst, will ich fleißig studieren.“

„Muttchen,“ rief er der eben eintretenden Mutter zu, „hilf mir den Vater bitten, daß er mich Landwirt werden läßt, dann werde ich euch Freude machen, statt Kummer.“

„Wenn du bloß ein ordentlicher tüchtiger Mensch wirst“, erwiderte der Forstmeister. „Was meinst du, Olsche, wollen wir es mit dem Jungen mal so herum versuchen?“

„Wenn er nicht mehr Ehrgeiz besitzt, dann kann er meinetwegen auch Landwirt werden. Diesen merkwürdigen Mangel scheint er von dir geerbt zu haben, du könntest längst schon in der Regierung oder im Ministerium sitzen.“

Der Grünrock lachte gutmütig. „Ja, wenn ich wollte, aber ich will nicht. Ich trenne mich nicht von meinem Wald, der mir ans Herz gewachsen ist, um Federfuchser in der Stadt zu werden. Da würde ich bald eingehen. Du mußt auf die Erfüllung dieses Wunsches, in der Stadt zu leben, schon warten, bis ich Pension nehme.“