„Nun, die erste war die Durchprügelung des Burschen.“

„Ich konnte ihm doch das Rauchen nicht durchgehen lassen, besonders, nachdem er sich so frech benommen hatte“, verteidigte sich Walter.

„Ich bin ganz Ihrer Meinung und hätte es jedenfalls auch getan. Aber dann mußten Sie mit der Rachsucht des Lümmels rechnen und sich vorsehen.“

„Ich konnte doch nicht annehmen, daß er, um sich an mir zu rächen, Feuer anlegen würde.“

„Ach, Friedrich,“ warf die Schwester ein, „das hättest du auch nicht verhindern können! Und du kannst doch wirklich zufrieden sein, daß das Unheil durch die tatkräftige Entschlossenheit der drei jungen Herren glücklich abgewendet wurde.“

„Ja, allein hätte ich es wohl kaum geschafft“, bekannte Walter ehrlich. „Es war auch ein glückliches Zusammentreffen, daß wir dazu kamen, als das Feuer eben erst im Entstehen war.“

Schon beim Abendessen merkten beide Männer, daß mit dem jungen Mädchen eine ihnen ungewohnte Behaglichkeit in das Haus eingezogen war. Der runde Tisch, an dem sie von einer griesen Wachsdecke zu essen gewohnt waren, war mit weißem Linnen bedeckt, und das Essen selbst war anders und schmackhafter zubereitet, als bisher. Nach dem Abendessen setzte sich Walter unaufgefordert ans Klavier und spielte im bunten Wechsel Volkslieder, Tänze und alles, was ihm in den Sinn und die Finger kam. Als er sich gegen zehn Uhr empfahl, reichte ihm Braun die Hand. „Ich habe Ihnen heute einen Vorwurf machen müssen, gegen den sie schon meine Schwester in Schutz genommen hat. Ich wollte Ihnen bloß noch sagen, daß ich vorhin nachgerechnet und festgestellt habe, daß meine Existenz vernichtet gewesen wäre, wenn der Stall mit dem Vieh verbrannt wäre. Alles, was ich in fünf Jahren mir erarbeitet habe, wäre zum Deuwel gewesen.“

„Sind Sie denn nicht versichert?“

„Ja, aber nicht hoch genug. Ich habe mich bisher vor einer Erhöhung meiner Ausgaben gescheut, aber nun habe ich es sofort nachgeholt und gleich eine erhebliche Erhöhung der Versicherung beantragt. Von morgen an können wir ruhig schlafen.“

„Dann wollen wir doch heute Nacht noch Wache halten.“