„Sie ist nicht adlig und für die vornehmen Herren auch wohl nicht reich genug.“
„Ach, mein Junge, das übersieht man bei einer tiefen Neigung. Du würdest doch auch nicht danach fragen?“
„Nein, bei Gott, Onkel, danach frage ich nicht.“
„Hat die junge Dame Angehörige, Vater, Mutter?“
„Nein, Onkel, soviel ich gehört habe, steht sie ganz allein in der Welt.“
„Siehst du, mi fili, da sitzt der Haken! Eine junge Dame, die so allein in der Welt herumreist, ohne den Rückhalt, den ihr die Familie gibt, wird nicht für voll angesehen. Und ich glaube, mich nicht zu irren, daß sie einzig und allein zu dem Zweck nach Polommen gekommen ist, den Herrn Oberleutnant dingfest zu machen.“
Franz sprang auf. „Onkel, du beleidigst die junge Dame. Sie ist die Freundin meiner gnädigen Frau.“
„Das bestärkt mich in meiner Annahme. Die Frau Oberamtmann will die Freundin unter die Haube bringen. Ich nehme es als sicher an, daß deine Angebetete nach Jahr und Tag Frau von Sawerski ist. Dann wirst du auch von deiner Leidenschaft geheilt sein.“
„Nie, nie!“, rief Franz in höchster Erregung. „Sobald sie sich mit ihm verlobt, erschieße ich sie und mich.“
Der Pastor zog ihn auf den Sitz nieder. „Dunner Lüchting ... min Jung .... Da bliw du man so bi. Du bist ja en groten Schafskopp.“