Masovia lebe, mein Vaterland!“
„Das war ein prächtiger Mann, der Professor Dewischeit, der dies Lied gedichtet hat,“ sprach er im Weitergehen, „ein vorzüglicher Lehrer, dem allein ich es verdanke, daß ich nicht ein Taugenichts geworden bin.“
Sie hatten den Skomentener See umwandert, waren auf den Berg gestiegen, auf dem vor Zeiten die Burg des Skomand stand und hatten die Gräben, die von Gestrüpp überwucherten Steintrümmer überklettert, eifrig bemüht, sich ein Bild der Veste zusammenzustellen. Jetzt lagen sie unter der mächtigen Eiche, die einsam die spitze Bergkuppe krönt und schauten über den See hinüber nach dem Dorfe Skomenten, dessen schmucke Häuser aus freundlichem Grün hervorlugten. Sie hatten dem Mundvorrat wacker zugesprochen, jetzt war ein behagliches Sinnen über sie gekommen, bis Franz ganz unvermittelt fragte: „Onkel, was soll ich werden?“
Mit jähem Ruck richtete sich der Pastor empor: „Mein Kind, denkst du schon an solche Dinge?“
Der Junge nickte nachdenklich. „Ich weiß, die Mutter will, daß ich Pfarrer werden soll, der Vater möchte am liebsten, daß ich den Hof übernehme, bloß was du willst, weiß ich noch nicht recht; Naturforscher oder Arzt? Was meinst du, Onkel?“
„Merkwürdig,“ brummte der Pastor, „daß solche Dinge dem Kinde zufliegen, wie ein Lufthauch, von dem man nicht weiß, von wannen er kommt.“ Lauter fuhr er fort: „Habe ich dir schon mit einem Worte davon gesprochen, was du werden sollst?“
„Nein, Onkel.“
„Wie kommst du denn zu deiner Annahme?“
Über das Gesicht des Knaben huschte ein Lächeln. „Ja, sieh mal, Onkel, wir haben so viel von Naturbeschreibung und Botanik gelernt, viel mehr als die Gymnasiasten in der Stadt.“
„Na und?“