„Was? Sie Lümmel wollen nicht gehorchen?“
„Herr von Sawerski, das ist eine schwere Beleidigung. Sie werden mir dafür Genugtuung zu geben haben.“
„Ja, ein paar Ohrfeigen können Sie kriegen.“
In demselben Augenblick erhielt er von Franz eine so heftige Tachtel, daß auf der rot angelaufenen Backe die fünf Finger sich abzeichneten. Besinnungslos vor Wut hob Viktor die Reitpeitsche. Ehe aber der Hieb niederfiel, hatte Franz sie ihm aus der Hand gerissen und fortgeschleudert: „Sie wollen sich wohl noch eine Tracht Prügel verdienen?“
Ohne sich auch nur nach ihm umzusehen, ging der junge Mann an Viktor vorbei in die Tür und in sein Zimmer. Ohne sonderliche Erregung setzte er sich an den Tisch und schrieb das Erlebnis mit den dabei gefallenen Worten wahrheitsgetreu nieder. Eine Stunde später ging er ins Herrenhaus und ließ sich beim Herrn Oberamtmann, der stets auf war, wenn die Glocke zur Arbeit rief, melden.
„Was bringen Sie, Franz? Sie machen ja ein so feierliches Gesicht.“
„Ich habe einen heftigen Zusammenstoß mit Herrn von Sawerski gehabt.“
„Das ist doch eine ausgemachte Dummheit.“
„Aber nicht von mir, Herr Oberamtmann.“
„Na, dann erzählen Sie, aber halten Sie sich streng an die Wahrheit.“