Franz sah ihn groß an und erwiderte ruhig, aber fest: „Dieser Mahnung bedarf es bei mir nicht, Herr Oberamtmann. Außerdem hat der Herr Oberinspektor aus nächster Nähe den Vorfall mitangesehen. Ich habe ihn sofort zu Papier gebracht.“

Er reichte ihm das Blatt. Der Gutsherr las. Sein Gesicht verfinsterte sich. Er schlug mit der Faust auf den Schreibtisch. „Das ist ja unerhört!“

„Jawohl, Herr Oberamtmann. Ich habe in völlig ruhigem Ton, ohne die Stimme zu erheben, von Herrn von Sawerski Genugtuung verlangt. Er antwortete mir mit einer zweiten, noch schwereren Beleidigung. Da habe ich ihm die zweite Beleidigung in der einzig mir richtig erscheinenden Weise abgegolten.“

„Wissen Sie auch, was der Vorfall für Folgen haben kann?“

„Ich wüßte nicht, Herr Oberamtmann.“

„Herr von Sawerski muß Sie auf die schwersten Bedingungen fordern.“

„Bedauere sehr,“ erwiderte Franz, „der Herr Oberleutnant hat mir schon die Genugtuung verweigert, die er mir nach der ersten Beleidigung schuldig war.“

„Sind Sie so bewandert im Ehrenkodex?“

„Das sagt mir mein Gefühl. Ich muß Herrn Oberamtmann anheimstellen, wie er darüber urteilt.“

Der Gutsherr brummte etwas in seinen Bart, was nicht zu verstehen war. Dann fragte er: „Also Sie wollen die Regelung der Angelegenheit in meine Hand legen?“