„Ich möchte darum bitten.“

„Nun gut. Jetzt gehen Sie ruhig an Ihre Arbeit. Wenn jemand im Auftrage des Herrn von Sawerski mit einer Forderung an Sie herantritt, dann lassen Sie es mich wissen, ehe Sie sich entscheiden. Oder besser, Sie schicken den Herrn zu mir.“

„Ich danke, Herr Oberamtmann.“

Kurz darauf ertönte das Klingelzeichen, das den Gutsherrn zum Frühstückstisch rief. Er suchte sich zu beherrschen, aber seine Gattin sah ihm sofort an, daß etwas in ihm wühlte. „Was fehlt dir, Konrad?“

„Mir fehlt gar nichts, im Gegenteil, ich habe etwas zu viel. Hier diese üble Neuigkeit.“ Er reichte ihr das von Franz beschriebene Blatt.

Frau Olga überflog es und schüttelte den Kopf. „Das ist eine sehr unangenehme Geschichte.“

„Jawohl, und ich zerbreche mir den Kopf, woher diese Feindschaft zwischen den beiden stammt.“

„Die Feindschaft scheint nur auf Sawerski’s Seite zu sein, und ich glaube, dir auch die Erklärung dafür geben zu können. Unter den Mädchen in der Küche und auf dem Hofe geht das Gerede ... die Mamsell hat sich verpflichtet gefühlt, es mir zu erzählen ..., daß Adelheid am Abend vor ihrer Abreise lange im Park gewesen ist, und Kolbe gibt seinen Senf dazu und erzählt überall herum, daß Franz in derselben Nacht erst um zwölf nach Hause gekommen ist.“

Der Gutsherr stieß einen lauten Pfiff aus. „Und der Klatsch bringt die beiden zusammen.“

Frau Olga nickte. „Sawerski hat es natürlich auch gehört. Dafür wird Kolbe schon gesorgt haben. Er ist noch nachträglich auf Franz eifersüchtig geworden und hat ihn brüskiert. Daß die Sache so übel für ihn ablaufen würde, hat er wohl nicht gedacht. Was wirst du jetzt tun?“