„Wer hat dich zu mir geschickt?“
„Schwesterchen Ssonja hat mich geschickt,“ antwortete das kleine Mädchen und lächelte noch freundlicher.
„Ich wußte, daß Schwesterchen Ssonja dich geschickt hat.“
„Mama hat mich auch geschickt. Als Schwesterchen Ssonja mich schickte, kam Mama auch und sagte: Ja, lauf schnell, Poljenka!“
„Liebst du Schwesterchen Ssonja?“
„Ich liebe sie mehr als alle anderen!“ sagte Poljenka mit besonderer Festigkeit, und ihr Gesicht wurde plötzlich ernst.
„Wirst du mich auch lieben können?“
Anstatt einer Antwort näherte sich ihm das Gesichtchen des Kindes, und die kleinen Lippen streckten sich ihm zum Kuß entgegen. Ihre Ärmchen, streichhölzchendünn, umschlangen ihn kräftig, ihr Kopf senkte sich auf seine Schulter, und das kleine Mädchen fing leise an zu weinen und preßte sich immer fester und fester mit dem Gesicht an ihn.
„Papa tut mir so leid!“ sagte sie nach einer Weile, hob ihr verweintes Gesichtchen in die Höhe und wischte sich mit den Händen die Tränen ab. „Wir haben immer Unglück,“ fügte sie unerwartet hinzu und mit jenem besonders wichtigen Ausdruck, den Kinder annehmen, wenn sie wie Erwachsene sprechen wollen.
„Papa hat dich auch geliebt?“