Peter Petrowitsch kehrte zum Sofa zurück, setzte sich Ssonja gegenüber, blickte sie aufmerksam an und gab sich ein außergewöhnlich solides und sogar ein wenig strenges Aussehen, als möchte er dadurch sagen, – „du sollst dir nichts dabei denken, Verehrteste.“ Ssonja wurde ganz verlegen.
„Zuerst bitte ich Sie, Ssofja Ssemenowna, mich bei Ihrer verehrten Frau Mutter zu entschuldigen ... Es ist doch richtig? Katerina Iwanowna nimmt die Stelle einer Mutter bei Ihnen ein?“ – begann er sehr würdevoll und ziemlich freundlich.
Man merkte, daß er die freundschaftlichsten Absichten hatte.
„Ja, sie vertritt mir die Mutter,“ – antwortete Ssonja hastig und ängstlich.
„Nun, also entschuldigen Sie mich bei ihr, daß ich durch unvorhergesehene Umstände gezwungen bin, abzusagen und zu dem Essen nicht erscheinen kann, trotz der angenehmen Einladung Ihrer Frau Mutter.“
„Ich will es sagen; ihr sofort sagen,“ – und Ssonjetschka sprang hastig vom Stuhle auf.
„Das ist noch nicht alles,“ – hielt sie Peter Petrowitsch zurück und lächelte über ihre Einfalt und Unkenntnis von Anstand, – „Sie kennen mich wenig, liebe Ssofja Ssemenowna, wenn Sie meinen, daß ich wegen dieser unbedeutenden, mich allein angehenden Ursache jemanden wie Sie persönlich bemüht und gebeten hätte, zu mir zu kommen. Ich habe noch ein anderes Anliegen.“
Ssonja setzte sich wieder hastig hin. Die bunten Banknoten, die auf dem Tische lagen, flimmerten wieder vor ihren Augen, sie wandte schnell ihr Gesicht von ihnen ab und erhob die Augen zu Peter Petrowitsch; es kam ihr auf einmal höchst unanständig vor, besonders weil sie es war, fremdes Geld anzublicken. Sie heftete ihren Blick auf den goldenen Kneifer in der linken Hand Peter Petrowitschs, und auf den großen, massiven, wertvollen Ring mit einem gelben Stein an seinem Mittelfinger, – aber schnell wandte sie die Augen auch davon ab, und da sie nicht wußte, wohin sie sehen sollte, blickte sie wieder Peter Petrowitsch unverwandt ins Gesicht. Nachdem er noch würdevoller, als vorhin, eine Weile geschwiegen hatte, fuhr er fort:
„Es traf sich, daß ich gestern im Vorübergehen einige Worte mit der unglücklichen Katerina Iwanowna wechselte. Ein paar Worte genügten, um zu erfahren, daß sie sich in einem – unnatürlichen Zustande befindet, – wenn man sich so ausdrücken kann ...“
„Ja ... in einem unnatürlichen,“ – pflichtete Ssonja hastig ihm bei.