Ssonja hörte angestrengt zu.

„Warum denn ... wenn Sie selbst sagten, um zu rauben, haben Sie doch nichts genommen?“ – fragte sie ihn schnell, nach einem letzten Strohhalme greifend.

„Ich weiß es nicht ... ich habe mich noch nicht entschlossen, – ob ich dieses Geld nehmen soll oder nicht,“ – sagte er wieder, wie sinnend, und plötzlich lächelte er schnell und kurz, – „ach, welch eine Dummheit habe ich soeben gesagt!“

Ssonja durchfuhr ein Gedanke, – „ist er etwa verrückt?“ Aber sie ließ ihn sofort fallen, – „nein, hier ist etwas anderes“. Aber sie begriff gar nichts, rein gar nichts!

„Weißt du, Ssonja,“ – sagte er plötzlich, wie in einer Eingebung, – „weißt du, was ich dir sagen will, – wenn ich bloß darum ermordet hätte, weil ich hungrig war,“ – fuhr er fort, betonte jedes Wort und blickte sie rätselhaft, aber aufrichtig an, – „so würde ich jetzt ... glücklich sein! Das sollst du wissen!“

„Und was läge, was läge dir daran,“ – rief er nach einem Augenblicke verzweifelt, – „nun, was läge dir daran, wenn ich sofort zugeben würde, daß ich schlecht gehandelt habe! Nun, was liegt dir an diesem dummen Triumphe über mich? Ach, Ssonja, bin ich etwa deswegen jetzt zu dir gekommen?“

Ssonja wollte etwas sagen, aber schwieg.

„Darum bat ich dich auch gestern mit mir zu gehen, weil ich jetzt dich nur allein habe.“

„Wohin gehen?“ – fragte Ssonja schüchtern.

„Nicht um zu stehlen und um zu morden, gewiß, nicht dazu,“ – lächelte er mit Spott, – „wir sind zu verschieden ... Und weißt du, Ssonja, ich habe erst jetzt, erst soeben begriffen, – wohin ich dich gestern rief mitzugehen! Gestern aber, als ich dich bat, wußte ich selbst nicht, wohin. Nur deshalb habe ich dich gebeten, nur deshalb bin ich gekommen, – daß du mich nicht verlassest. Wirst du mich verlassen, Ssonja?“