Sie drückte ihm fest die Hand.

„Und warum, warum habe ich es ihr gesagt, warum habe ich es ihr mitgeteilt,“ – rief er nach einem Augenblick voll Verzweiflung aus und sah sie mit grenzenloser Qual an, – „nun, erwartest du Erklärungen von mir, Ssonja, du sitzest und wartest, ich sehe es, – und was soll ich dir sagen? Du wirst doch nichts davon verstehen und bloß ganz vor Leid vergehen ... meinetwegen! Nun weinst du und umarmst mich wieder, – warum umarmst du mich? Weil ich es selbst nicht ertrug und gekommen bin, es auf einen andern abzuwälzen, – ‚leide auch du, mir wird es leichter sein!‘ Und kannst du solch einen Schuft lieben?“

„Quälst du dich nicht auch?“ – rief Ssonja aus.

Wieder überkam seine Seele das Gefühl von vorhin und machte sie auf einen Augenblick weich.

„Ssonja, ich habe ein böses Herz, merk es dir, – dadurch kann man vieles erklären. Ich bin auch darum hergekommen, weil ich böse bin. Es gibt solche, die nicht hergekommen wären. Ich aber bin ein Feigling und ... ein Schuft! Aber ... mag sein! Dies alles ist nicht das ... Jetzt gilt es zu reden, ich weiß aber nicht, wo anfangen ...“

Er hielt inne und sann nach.

„Ach, wir sind beide zu verschiedene Leute!“ – rief er wieder aus, – „passen nicht zueinander. Und warum, warum bin ich hergekommen! Ich werde es mir nie verzeihen.“

„Nein, nein, es ist gut, daß du gekommen bist!“ – rief Ssonja, – „es ist besser, daß ich es weiß! Viel besser!“

Er sah sie voll Schmerz an.

„So war es tatsächlich!“ – sagte er, als hätte er überlegt. – „Es war doch so! Siehst du, – ich wollte ein Napoleon werden, und darum habe ich ermordet ... begreifst du es jetzt?“