„Oh, bitte sehr! Es war mir ein Vergnügen und ich bin froh, Ihnen zu sagen ...“
Ilja Petrowitsch reichte ihm die Hand.
„Ich wollte bloß ... zu Sametoff ...“
„Ich begreife, begreife. Es war mir ein Vergnügen.“
„Ich ... freue mich sehr ... auf Wiedersehen ...“ lächelte Raskolnikoff.
Er ging hinaus; schwankend. Der Kopf schwindelte ihm. Er fühlte seine Füße nicht mehr. Langsam begann er die Treppe hinabzusteigen und stützte sich dabei mit der rechten Hand an der Wand. Es schien ihm, daß ein Hausknecht mit einem Buche in der Hand ihn gestoßen habe, daß ein Hund im unteren Stockwerke ununterbrochen belle und daß ein Weib ein Holzscheit nach dem Hunde werfe und ihn anschreie. Er ging die Treppe hinunter und trat in den Hof. Hier auf dem Hofe, unweit vom Ausgange, stand Ssonja, totenbleich, starr, und sah ihn fassungslos an. Er blieb vor ihr stehen. Ihr Gesicht zeigte einen schmerzlichen, abgequälten, verzweifelten Ausdruck. Sie schlug die Hände zusammen. Ein bitteres, verlorenes Lächeln erschien für einen Moment auf seinen Lippen. Eine Weile blieb er stehen, betrachtete sie und ging dann wieder hinauf in das Polizeibureau.
Ilja Petrowitsch hatte sich gesetzt und wühlte in allerhand Papieren. Vor ihm stand derselbe Mann, der vorhin Raskolnikoff gestoßen hatte.
„Ah! Sie sind es wieder! Haben Sie etwas vergessen? ... Aber was ist mit Ihnen?“
Raskolnikoff näherte sich ihm mit blassen Lippen, mit verglasten Augen, langsam trat er an den Tisch heran, stützte sich mit der Hand darauf, wollte etwas sagen, aber konnte nicht; man hörte bloß unzusammenhängende Töne.
„Ihnen ist schlecht, ein Stuhl! Hier, setzen Sie sich auf den Stuhl, setzen Sie sich! Wasser!“