„Wie wär’s, wenn wir ein Petit-jeu[9] spielten?“ schlug die lebhafte Dame vor.
„Ach, ich weiß ein famoses Petit-jeu!“ rief Ferdyschtschenko lebhaft aus. „Wenigstens ist es eines, das nur ein einziges Mal in der Welt gespielt worden ist, und selbst da gelang es nicht!“
„Was ist denn das für ein Spiel?“ fragte die lebhafte Dame.
„Na, es hatte sich mal von uns ’ne ganze Gesellschaft zusammengefunden, nun, es war getrunken worden, das läßt sich nicht leugnen, und da machte plötzlich jemand den Vorschlag, daß jeder von uns etwas aus seinem Leben erzählen solle, ganz einfach, so wie wir da alle um den Tisch herumsaßen, doch dieses Etwas – jetzt kommt der Haken! – mußte unbedingt gerade das sein, was der Erzähler auf Ehr’ und Gewissen für die schlechteste Tat hielt, die er je im Laufe seines ganzen Lebens begangen, und zwar nur unter dieser einen Bedingung, daß er nicht log, sondern aufrichtig, ganz aufrichtig, nur der Wahrheit gemäß die Sache – wiedergab.“
„Hm, ein etwas sonderbarer Einfall,“ meinte der General.
„Aber erlauben Sie, Exzellenz, Sonderbarkeit ist doch nur ein Vorzug!“
„Ich finde den Einfall lächerlich,“ äußerte Tozkij, „doch ist er im Grunde verständlich: Prahlerei besonderer Art.“
„Aber das war’s ja vielleicht gerade, was man wollte, Afanassij Iwanowitsch.“
„Ach, gehen Sie! Ein solches Petit-jeu bringt einen eher zum Weinen als zum Lachen!“ sagte die lebhafte Dame geringschätzig.
„Ich halte solche Spiele für reinen Unsinn. Und sie sind ja auch ganz unmöglich,“ meinte Ptizyn.