„Lukjan Timofejewitsch, he, Lukjan Timofejewitsch! Ob der hört, wenn man ihn ruft! So seht doch her! ...“

Und die Küchenmagd entfernte sich wütend, indem sie nur – zum Ausdruck, daß Reden doch vergeblich sei – mit der Hand abwinkte und vor Ärger ganz rot wurde.

Lebedeff sah sich aber doch um und – erstarrte. Der Anblick des Fürsten überraschte ihn wie ein Blitzschlag aus heiterem Himmel. Dann fuhr er sich an den Kopf und stürzte dem Fürsten entgegen, doch auf halbem Wege blieb er wie angewurzelt stehen, bis er sich so weit faßte, daß er mit untertänigem Lächeln stottern konnte:

„Du–Du–Du–Durchlauchtigster Fürst!“

Doch plötzlich, immer noch ohne Fassungskraft, besann er sich eines anderen, wandte sich zurück und stürzte sich auf das junge Mädchen in Trauer mit dem Säugling auf den Armen, so daß diese ob der Plötzlichkeit zurückschreckte. Aber Lebedeff ließ sie bereits im Stich und stürzte sich auf das dreizehnjährige Mädchen, das in der Tür zum nächsten Zimmer sich noch die Seiten von der Anstrengung der letzten Lachsalve hielt, und dessen Gesicht die Lachfalten noch nicht aufgegeben hatte. Sie zuckte erschrocken zusammen, als der Vater sie so anfuhr, und stürzte davon, in die Küche, während Lebedeff hinterdrein wie in Berserkerwut mit den Beinen trampelte und drohend die Faust hob. Doch da begegnete er zufällig dem Blick des Fürsten, der ihn ganz verlegen ansah, und er beeilte sich, seine Handlungsweise zu rechtfertigen:

„Um–um–um Ehrerbietung beizubringen, he–he–he ...“

„Aber wozu ...“ wollte der Fürst beginnen, doch schon unterbrach ihn Lebedeff.

„Sofort, sofort, sofort ... wie ’n Wirbelwind bin ich wieder da!“

Und er verschwand im Handumdrehen aus dem Zimmer. Der Fürst blickte verwundert das junge Mädchen, den Knaben und den jungen Mann auf dem Sofa an: alle lachten. Da mußte auch der Fürst lächeln.

„Er will sich nur den Rock anziehen,“ sagte der Knabe.