„Ich glaube Sie sehr gut zu verstehen, Lukjan Timofejewitsch: Sie haben mich ganz einfach nicht erwartet. Sie dachten wohl nicht, daß ich mich auf Ihre erste Benachrichtigung hin aufmachen und meine Einöde verlassen würde, und so schrieben Sie nur zur Beruhigung Ihres Gewissens. Und da bin ich nun plötzlich hier eingetroffen. Doch nun genug, hören Sie jetzt auf mit dem Betrügen. Zweien Herren kann man nicht zu gleicher Zeit dienen. Rogoshin ist schon seit drei Wochen hier, ich weiß alles. Haben Sie inzwischen Zeit gehabt, sie ihm wieder zu verkaufen, wie damals? Sagen Sie die Wahrheit.“
„Das Ungeheuer hat ja doch von selbst alles erfahren, ganz von selbst!“
„Schelten Sie ihn nicht. Er hat Sie freilich nicht gut behandelt ...“
„Verprügelt hat er mich, verprügelt hat er mich!“ fiel Lebedeff aufgeregt dazwischen. „Und in Moskau hat er mir noch einen Hund auf den Hals gehetzt, mitten auf der Straße, einen tollen Hund, eine wütende Bestie!“
„Sie scheinen mich für ein kleines Kind zu halten, Lebedeff. Sagen Sie im Ernst: Hat sie ihn wirklich verlassen, jetzt, in Moskau?“
„Im Ernst, im Ernst, und wieder fast vom Altar fort. Jener zählte schon die Minuten, sie aber entfloh hierher, direkt zu mir. ‚Rette mich, beschütze mich, Lukjan, und auch dem Fürsten sag’ kein Wort‘ ... Sie fürchtet Sie jetzt noch mehr als ihn, Fürst, und darin liegt – hohe Weisheit!“
Und Lebedeff tippte sich bedeutsam mit dem Finger vor die Stirn.
„Und jetzt haben Sie sie wieder zusammengeführt?“
„Durchlauchtigster Fürst, wie hätte ich ... wie hätte ich das nicht zulassen können!“
„Nun, genug, ich werde schon selbst alles erfahren. Sagen Sie nur – wo ist sie jetzt? Bei ihm?“